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07:27

Basler Ökobonus in Ingolstadt

Guten Morgen,

ich war gestern bei einem Vortrag mit dem Titel "Wohlstand ohne Wachstum" der ÖDP in Kösching. War wirklich sehr gut. Unter anderem wurde da ein Beispiel aus dem Schweizer Kanton Basel vorgeführt, der sog. Ökobonus.

Unterm Strich sieht's so bei denen aus: Alle Basler zahlen seit dem 1. April 1999 2-5 Rappen auf jede kWh oben drauf (Preis ist fest je nach Tageszeit). Zählt auch für Firmen, obwohl die ein wenig mehr zahlen. Dieses Geld ist aber nicht direkt als Erhöhung des Strompreises zu sehen, denn es fließt zu 100% an die Bevölkerung zurück. Jedoch mit einem feinen Unterschied. Gezahlt wir pro kWh, ausgezahlt wird pro Kopf.
Bei den Betrieben ist's ähnlich. Da wird der Bonus aber als 0,5% der Zahlungen an die Arbeitslosenversicherung hinzugerechnet. Betriebe mit mehr Mitarbeitern bekommen dadurch natürlich eine höhere Prämie in diesem Sinne.
Natürlich gibt's für manche Firmen Ausnahmen. Das sind die Firmen, die vor allem mit einer geringen Mitarbeiterzahl betriebsbedingt einen großen Stromverbrauch haben, so beispielsweise die Schweizer Bundesbahnen. Das ist aber wirklich nicht der Regelfall und muss durch die Betriebe natürlich begründet beantragt werden.
Auch die Verwaltungskosten für die ganze Sache scheinen kein Problem darzustellen. Die lassen sich komplett durch die Zinsen der Aktion tragen. Der Ökobonus wird erst zu einem festen Zeitpunkt im Jahr ausgezahlt, bis dahin liegt das gesammelte Geld auf der Bank.
Bis jetzt scheint alles super zu funktionieren und das System erzieht die Bevölkerung und Firmen natürlich zu einem sinnvolleren Stromverbrauch, bzw. zumindest dem Verständnis dessen. Das sollte ja auf jeden Fall ein Ziel darstellen. Für alle Parteien, nicht nur für uns Piraten.

In Deutschland ist es zur Zeit leider wirklich andersherum. Erst vor kurzem wurde der Strompreis generell ein wenig angehoben, bleibt jedoch auf seinem vorherigen Niveau für Vielverbraucher. Es kann einfach nicht unser Ziel sein, so etwas auf Dauer zu fördern. Die Basler Methode hat da weitaus mehr Sinn in meinen Augen.

Nun bin ich ja Pirat, weil ich was ändern möchte. Das Beispiel aus Basel gestern schien mir als solches gar nicht mal so realitätsfern wie manch andere vorerst utopische Idee. Vor allem läuft es so ja schon seit Jahren erfolgreich, also warum nicht auch im Kreis Ingolstadt? Trotzdem bin ich neuer Pirat, habe also noch nicht so den Durchblick, wie man so etwas am besten anbringt oder überhaupt angeht. Hoffentlich kann mir dabei jemand helfen.

Hier noch ein Link vom DGB, in dem das auch mit erwähnt wird.

Beste Grüße,
Kilian

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Schweinderl